
Bereits zum achten Mal engagierten sich im Juli zwölf Freiwillige aus Österreich und Deutschland im Rahmen des Bergwaldprojekts des Alpenvereins auf der Schneealm im Naturpark Mürzer Oberland. Gemeinsam mit den Almbauern pflegten sie wertvolle Weideflächen und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der alpinen Kulturlandschaft und ihrer Artenvielfalt.
Was für Wandernde wie eine weitgehend unberührte Naturlandschaft wirkt, ist das Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung und kontinuierlicher Pflege. Ohne regelmäßige Maßnahmen würden Latschen, andere Sträucher und der giftige Weiße Germer die Almflächen zunehmend überwuchern. Wertvolle Futterflächen und wichtige Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten gingen dadurch verloren.
Die Freiwilligen entfernten alte und vertrocknete Latschenäste, rissen kleinere Latschen aus und führten an größeren Beständen Begrenzungsschnitte durch. Zudem wurden Latschengassen freigeschnitten, damit die Kühe wieder zu den einzelnen Weideflächen gelangen können. Auf ehemaligen Latschenflächen brachten die Helferinnen und Helfer Hochlagensaatgut aus. Auch der Weiße Germer wurde mit Hauen und Sensen bekämpft.
Seit dem ersten Bergwaldprojekt im Jahr 2018 konnten bereits mehrere Weideflächen nachhaltig verbessert werden. Wo früher dichte Latschenbestände oder Germer dominierten, entwickeln sich heute wieder artenreiche Almwiesen. Davon profitieren sowohl die Landwirtschaft als auch zahlreiche Pflanzen-, Insekten- und Tierarten. Gleichzeitig bleibt jene alpine Kulturlandschaft erhalten, die von Einheimischen und Gästen gleichermaßen geschätzt wird.
Die Mehrheit der zwölf Teilnehmer*innen war bereits mehrfach auf der Schneealm im Einsatz. Viele kehren Jahr für Jahr zurück, weil die Wirkung ihrer Arbeit sichtbar wird und sie die besondere Gemeinschaft während der Projektwoche schätzen. Daneben lernen sie traditionelle Tätigkeiten wie das sogenannte „Schöpsen“ – das Entrinden von Stämmen für den Zaunbau – kennen.
Das Bergwaldprojekt unterstützt nicht nur die Almbauern, sondern vermittelt auch Wissen über ökologische Zusammenhänge und die arbeitsintensive Bewirtschaftung der Almflächen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dadurch zu Botschafterinnen und Botschaftern für aktive Landschaftspflege sowie für Natur- und Klimaschutz.
Initiiert und finanziert wird das Projekt von der Almgemeinschaft Schneealm unter Geschäftsführer Manfred Holzer, dem Naturpark Mürzer Oberland unter Obmann Siegfried Darnhofer sowie Geschäftsführer Andreas Steininger und dem Alpenverein Edelweiss. Fachlich begleitet wurden die Freiwilligen von den Almbauern der Almgemeinschaften Schneealm und Ameisbühel. Die ehrenamtliche Projektleitung des ÖAV-Bergwaldprojekts lag bei Susanne und Thomas Gahn. Als bewährtes Basislager diente erneut die Michlbauerhütte.
.jpg)
%5B1%5D.jpg)


.jpg)
Fotos (c) Susanne Gahn
Text:
Andreas Steininger, Naturpark Mürzer Oberland